Sintra – Eine Zeitreise am Atlantik!

Hallo meine lieben Leser! Langsam aber sicher neigt sich die kalte Jahreszeit ihrem Ende zu – Der Frühling steht vor der Tür. Doch leider lassen sich seine Vorboten noch nicht so recht ausmachen. Deswegen erinnere ich mich in diesem Beitrag an den Sommer zurück. Es geht nach Portugal, genauer gesagt in das UNESCO Weltkulturerbe Sintra, unweit der Hauptstadt Lissabon, eine kleine Stadt, die vor Kultur und jahrhundertealten Palästen nahezu platzt. Genießt den Ausflug an den Atlantik – Viel Spaß!

Die Anreise nach Sintra

Unsere Reise beginnt in Lissabon – An der Estação de Caminhos de Ferro do Rossio, einem sehr zentral gelegenen Bahnhof. Hier steigen wir in die Linha de Sintra, einem Vorortzug (unserer S-Bahn gar nicht unähnlich) um circa 27 Kilometer Richtung Atlantikküste zu fahren. Die Fahrt dauert nicht einmal 40 Minuten.

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Bahnhof Rossio Lisboa
Diese tapfere Statue bewacht den Haupteingang des Bahnhof Rossio
bahnhof Rossio
Wie in ganz Lissabon umgeben Häuser mit bunten Fassaden den Bahnhof Rossio

Falls es euch möglich ist, empfehle ich euch, Sintra unter der Woche und idealerweise in der Nebensaison einen Besuch abzustatten. Die Züge werden am Wochenende recht voll und die schmalen Gassen des historischen Stadtzentrums werden in den Ferien gerne von Selfie-Stick-Armeen heimgesucht. Bevor es weiter geht und wir Hügel erklimmen und Burgen erobern, habe ich hier noch einige Fakten zu Sintra für euch zusammengestellt:

  • 9342 Einwohner nennen Sintra ihr Zuhause
  • Die Stadt erstreckt sich auf gemütlichen 12,24 km²
  • Für acht Jahrhunderte war Sintra die Sommerresidenz der portugiesischen Könige. Sie schätzten vor allem das milde Klima, das die heißen portugiesischen Sommer erträglicher machte. Seit dem 15. Jahrhundert siedelten hier zahlreiche Vertreter der Oberschicht und bauten prächtige Herrenhäuser und Villen.
  • Besonders König  Manuel I. , „der Glückliche“ verlieh Sintra im 16. Jahrhundert seinen Stempel, zu einer Zeit als Portugal eine Seemacht war und zahlreiche Entdeckungen in Übersee gemacht wurden
  • Der Ort liegt unweit des Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt Europas 
Bahnhof Sintra
Dieses Haus steht unweit des Bahnhofs von Sintra. Trotz seines eher kläglichen Zustands hat mich das Gebäude in seinen Bann gezogen!
Rathaus in Sintra
Das Rathaus Sintras mit seinen prachtvoll verzierten Türmen!

Der Pena Park und das Castelo dos Mouros!

Dieser kleine Ort zieht sofort in seinen Bann. Es gibt Städte die es schaffen, die Zeit stillstehen zu lassen – Sintra ist eine davon. Hier strotzt es nur so von Geschichte. Hier reihen sich Paläste, die die Jahrhunderte überdauert haben, neben verwunschenen Gärten und Parks mit Pflanzen aus aller Welt und Villen, die Ihresgleichen suchen.

Stadtzentrum Sintra
In 420 Metern Höhe thronen die Reste des Castelo dos Mouros (oben rechts) – Unser erstes Tagesziel!

Unsere erste Station des Tages sollte uns auf das Castelo dos Mouros führen. Diese Burg hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Sie wurde im 8. und 9. Jahrhundert von den Mauren errichtet, zu einer Zeit, in der die iberische Halbinsel zu großen Teilen unter muslimischer Herrschaft standen (Al-Andalus). 

Im Rahmen der Reconquista (portugiesisch für „Rückeroberung“), konnte das Castelo unter König Alfons I. wieder als wichtiger strategischer Punkt erobert werden. Allerdings verfiel das Gemäuer im Laufe der folgenden Jahrhunderte, unter anderem auch deswegen, weil sich Lissabon als portugiesische Hauptstadt etablierte. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die übrig gebliebenen Mauern restauriert und aufbereitet.

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IMG-20160225-WA0009Das Gemäuer thront circa 420 Meter über Sintra. Die wollen natürlich zuerst erklommen werden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die bequemen unter euch können sich mit einer Rikscha gemütlich vor die Tore der Burg bugsieren lassen. Wir wollten natürlich die Umgebung entdecken und machten uns zu Fuß auf um den Hügel zu erklimmen. Der Pfad führt durch den wunderschönen Pena Park, der hunderte Pflanzen aus aller Welt beherbergt. Das milde Klima mit viel Regen in den Herbst- und Frühlingsmonaten spielt der Artenvielfalt dabei prächtig in die Hände.

Park da Pena

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Sintra Blumen

Allein dieser Park ist es Wert, abseits der Straßen zu wandern und auf den bequemen Weg auf den Hügel zu verzichten. Die Stimmung ist romantisch und es gibt viele Möglichkeiten zum Verweilen und Genießen der üppigen Vegetation. 

Wald vor dem Castelo dos Mouros
Je näher wir dem Gipfel kommen, desto bewaldeter wird das Gebiet. Durch die Bäume ist es auch im Sommer angenehm kühl.

Wir erreichen den Gipfel und die Tore des Castelo dos Mouros. Der anstrengende Anstieg wird durch eine atemberaubende Aussicht auf Sintra und den Atlantik belohnt. Ich lasse die Bilder ein wenig für sich sprechen.

Castelo dos Mouros Mauer
Um die Mauern der Burg ranken sich allerlei Pflanzen: Die Natur erobert die Burg ein wenig zurück!
Aussicht Castelo dos Mouros
Die Aussicht ist atemberaubend. Am Horizont könnt ihr den Atlantik ausmachen!
Base Aérea de Sintra
Ausblick auf die Mauerreste des Castelo dos Mouros und den historischen Stadtkern von Sintra. In etwas weiterer Entfernung ist die Landebahn der Base Aérea de Sintra, eines Militärflughafens, auszumachen.
Palacio Nacional
Hier seht ihr das historische Zentrum Sintras und den Palazzo Nacional. Mehr dazu weiter unten!

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Südlich des Castelo befindet sich ein weiteres Wahrzeichen Sintras: Der Palácio Nacional da Pena (deutsch Kummerpalast). Es wurde laut 1840 im Auftrag des portugiesischen Königs Ferdinands II. (1816–1885) von Wilhelm Ludwig von Eschwege (1777–1855) auf den Überresten eines Klosters errichtet, mit dem Ziel, eine neue Sommerresidenz für die Königsfamilie zu errichten.  Manche Reiseleiter nennen den Palast scherzhaft das „Neuschwanstein Portugals“. Die bunten Farben der Außenwände stellen einen starken Kontrast zum grünen Umland dar.

Zu dem Areal der Burg gehört unter anderem ein 240 Hektar großer Garten. Das sollte für eine Runde Fußball reichen!

Palácio Nacional da Pena
Der Palácio Nacional da Pena auf einem Bett aus Felsen und Bäumen

Der Palacio Nacional und das Stadtzentrum

Genug in schönen Aussichten geschwelgt: Es geht wieder herunter. Wir machen uns auf den Weg in Richtung des historischen Stadtkerns von Sintra um uns den Palacio Nacional, dem wohl größten Wahrzeichen der Stadt, näher anzusehen. Unser Weg wird einmal mehr durch wunderschöne Häuser gesäumt:

Efeu
Häuserdämmung in ihrer schönsten Art!

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Palacio Nacional
Auf dem Weg bergab ist unser Ziel, der Palacio Nacional, schon zu sehen. Die zwei riesigen Schornsteine ragen prominent aus der Palast-eigenen Küche empor!

IMG-20160225-WA0003Nach ein wenig Fußmarsch erreichen wir das Zentrum Sintras. Unsere Mühen wurden einmal mehr belohnt. Hier lässt es sich aushalten: Hier reiht sich ein liebevoll dekoriertes Haus in engen Gassen an das andere, an nahezu jedem Winkel findet der neugierige Reisende ein nettes Café, eine Bar und Restaurants. Ähnlich wie in der Hauptstadt Lissabon und die Fassaden Sintras bunt bemalt.

 

Sintra Stadtzentrum

Palacio Nacional Hauptplatz
Der Hauptplatz rund um den Palacio Nacional

Der Palacio Nacional de Sintra war vom 14. bis in das 20. Jahrhundert durchgehend die Sommerresidenz der portugiesischen Könige. Das Gebäude ist ein Schmelztiegel aus verschiedenen Einflüssen und Baustilen. So zeigen sich zum Beispiel starke arabische Einflüsse in den aus Holz geschnitzten Decken, während die Äußere Form im Stile der Manuelinik geformt wurde.

Palast Sintra
Der Tag neigt sich seinem Ende zu und die Sonne lugt noch einmal über das Palast-Dach hervor
Fassade Palacio Nacional
Die Fenster des Palasts sind mit Fresken verziert

Der Abend bricht langsam aber sicher an und wir machen uns auf dem Weg zum Zug, der uns zurück nach Lissabon bringt. Was als kleiner Abstecher während unserer Lissabon Reise gedacht war, entpuppte sich als eine der schönsten Stationen auf unserer Reise. Wenn ihr also vorhabt, ein Paar Tage in der portugiesischen Hauptstadt zu verbringen, so kann ich euch nur ans Herz legen einen Tagesausflug nach Sintra mit einzuplanen. Während ich diese Worte schreibe stürmt es hier in Deutschland und es ist nass-kalt – Ich sehne mich zurück. Selbst Hans Christian Andersen, der berühmteste dänische Autor, hielt sich zu seinen Lebzeiten gern hier auf.

Hans Christian Andersen in Sintra

Ich hoffe, dass euch dieser Trip-Report gefallen hat und dass ich euch ein wenig aus eurem Alltag entführen konnte. Wenn ja, dann teilt diesen Artikel gerne mit euren Freunden bei Facebook oder besucht mich bei Instagram – Ich würde mich sehr freuen und ihr würdet mich großartig unterstützen!

Bis bald, happy landings

Euer Aaron

 

 

 

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